netzneutralität

Worum geht's?

Beim Thema Netzneutralität geht es vereinfacht gesagt um die Frage, ob es weiterhin eine Autobahn geben soll, auf der jeder auf jeder Spur unter gleichen Bedingungen fahren darf oder ob es in Zukunft für Fahrer, die dafür bezahlen, eine Spur geben soll, auf der sie Vorfahrt haben.

Bezogen auf das Internet heisst das: sollen die Provider in Zukunft alle Datenpakete gleichrangig der Reihenfolge nach durchleiten wie bisher oder soll es Datenpakete geben, die bevorzugt mit höherer Geschwindigkeit zugestellt werden.

Argumente pro Netzneutralität

Die Befürworter der Netzneutralität befürchten die Entstehung eines Zwei-Klassen-Internets: diejenigen, die es sich leisten können, surfen komfortabel und schnell, alle anderen tuckern langsam und mit zunehmenden Staus vor sich hin.
Nach Ansicht der Befürworter wird dadurch langfristig das Recht der freien Rede und der ungehinderte Zugang zu Informationen in Frage gestellt.

Argumente contra Netzneutralität

Die Gegner der Netzneutralität argumentieren, dass durch das immer höhere Datenaufkommen im Netz z.B. durch Filmangebote, die Qualität des Angebots bei Beibehaltung der Gleichrangigkeit von Datenpaketen nicht aufrechterhalten werden kann und z.b. Filme nicht ruckelfrei übertragen werden können.
Die zunehmende Datenflut verlangt einen Ausbau der Leitungskapazitäten, was irgendwie finanziert werden muss. Eine Lösung wird darin gesehen, gegen höhere Beiträge bessere Durchleitungskonditionen anzubieten, also den Stau mit Sonderrechten umfahren zu dürfen.

Stand der Diskussion (Juli 2011)

In Deutschland ist Netzneutralität im Gegensatz z.B. zu den Niederlanden nicht gesetzlich festgeschrieben. Im Moment befasst sich die Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft mit diesem Thema. Bisher konnte hier noch keine Einigkeit erzielt werden und die Diskussion wurde auf nach der Sommerpause vertagt.